Koll03-04.shtml 22.03.2012
6. April 2004
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Kartographisches Kolloquium 2003/2004Sektion Karlsruhe der Deutschen Gesellschaft für Kartographie e. V.
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Am 06. November 2003 sprach Markus Oster, Ruhr-Universität Bochum, über „Luftbildarchäologie in China – Ein multimediales Kartographisches Informationssystem“. Oster stellte das Ergebnis seiner Diplomarbeit, eine Anwendung zur Geovisualisierung und Aufbereitung der Forschungsergebnisse eines Luftbildarchäologie-Projekts in der chinesischen Provinz Shandong, vor.
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Foto Helmut Lehmann Prof. Hans Kern, Markus Oster (von links.) und ein chinesischer Atlas |
Während des vorausgegangenen „Linziprojektes“ wurden aus multitemporal aufgenommenen Luftbildern mehr als 2.800 archäologische Objekte (ca. 8000 v. Chr. bis 1368 n. Chr.) identifiziert, typisiert und kartiert. Anhand eines von Oster entwickelten Systems können die Objekte, wie zum Beispiel Grabhügel, über einen Kartenviewer dargestellt und temporal verglichen werden. Das ist interessant, weil in der Vergangenheit fast alle Grabhügel von Bauern, die ihre landwirtschaftlichen Nutzflächen vergrößern wollten, allmählich abgetragen worden sind. Über eine angeschlossene Objekt-Datenbank können zusätzliche Informationen, wie Epoche, Datierung, Koordinaten, Größe, Form, usw. gewonnen werden. Eine Schnittstelle zur Online-Kartierung wurde implementiert, was ein vernetztes Arbeiten zulässt. Durch die Möglichkeit, die Luftbilder zusätzlich im Anaglyphenmodus darzustellen, kann mittels Rot-Grün-Brille ein plastischer Landschaftseindruck gewonnen werden. Informationsseiten des archäologischen Forschungsprojekts mit optionaler Sprecherpräsentation im Microsoft-Encarta-Stil runden die Anwendung ab, welche in erster Linie für Luftbildarchäologen und interessierte Laien gedacht ist.
Oliver Hoehn
„Gestaltung menschlicher Karten“ lautete das Thema von Prof. Dr.- Ing. Liqiu Meng, Technische Universität München, am 13. November 2003. Prof. Meng ist Mitautorin des Lehrbuchs „Kartographie – Visualisierung raum-zeitlicher Informationen“.
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Foto Helmut Lehmann Prof. Dr.- Ing. Liqiu Meng und Prof. Hans Kern |
Mit der Entwicklung der Medientechnologie hat eine neue Epoche in der Verbreitung kartographischer Informationen begonnen. Die kartographische Zeichensprache und die daraus abgeleitete Produktpalette wurden stetig erweitert. Allerdings hat die rasch fortschreitende Kartentechnik nicht zu nützlicheren Kartenprodukten geführt. Abgesehen von einem umfangreichen Zeichenvorrat bzw. vielseitigen Toolboxen zur Zeichengenerierung lässt die heutige Kartengestaltung noch viel zu wünschen übrig. Die Vortragende analysierte die grundlegenden Prozesse der Kartennutzung und erläuterte die sich daraus ergebenden Rahmenbedingungen für eine menschliche Kartengestaltung. Lösungsansätze zur zentralen Fragestellung „inwieweit lassen sich die Zweckmäßigkeit und die Benutzerfreundlichkeit in einer Karte vereinbaren?“ wurden vorgestellt und miteinander verglichen. Es gilt, den Computer menschlicher zu machen und nicht, den Menschen an den Computer anzupassen. Nach dem Vortrag entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, bei der die Referentin ungerechtfertigt heftig angegangen wurde. Möglicherweise hatte nicht jeder die Philosophie ganz verstanden, die hinter den Ausführungen steckte.
Wegen weiterer im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums des Studiengangs Kartographie durchgeführter wurden im Winterhalbjahr 2003/04 nur zwei Kartographische Kolloquien angeboten.
Szilárd Szabó, University of Debrecen, Hungary, Dept. of Landscape Protection and Enviromental Geography, sprach am 06. April 2004 in einem Kartographischen Sonderkolloquium in englischer Sprache über das Thema „Landscape analysis with the help of GIS methods“. Da sich diese Veranstaltung kurzfristig ergeben hat, konnten nur diejenigen Mitglieder vorher informiert werden, deren Internetadressen vorlagen.
Helmut Lehmann