2006 Mueller.shtml 22.03.2012
14. Dezember 2006
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Kartographisches Kolloquium 2006/2007Sektion Karlsruhe der Deutschen Gesellschaft für Kartographie e. V.
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In der von Professor Dr.-Ing. Gerhard Schweinfurth organisierten Veranstaltungsreihe sprach am 14. Dezember 2006 Biologiedirektor Manfred Müller, Informationstechnisches Zentrum (ITZ) der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW), Karlsruhe, über den „Einsatz von Webtechniken bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) Baden-Württemberg“.
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Foto Helmut Lehmann Biologiedirektor Manfred Müller und Dipl.-Ing. Wolf-Dietrich Gierth (von rechts) |
Der Referent hat dem Redaktionsteam freundlicherweise folgende Zusammenfassung übermittelt:
Wichtige Voraussetzung, gerade für eine effiziente Nutzung von umweltbezogenen Geodaten über Webtechniken, sind vorausgehende fachlich-inhaltliche und organisatorische Spezifikationen zum angebotenen Datenbestand. Zwar liefern ISO und OGC mit der formalen Beschreibung von Schnittstellen die Grundlagen für den Aufbau dezentraler und interoperabler Strukturen. Ohne die Abstimmung vor allem von Objektartenkatalogen und der inhaltlichen Bedeutung und Beziehungen zwischen den bereitgestellten Objekten ist eine produktive Nutzung von Webdaten nur bedingt möglich. Dies gilt umso mehr bei zunehmender Kombination von Daten aus unterschiedlichen Quellen.
Mit dem Aufbau eines ressortübergreifenden „Räumlichen Informations- und Planungssytems (RIPS)“ wurden bereits vor über zehn Jahren Ziele verfolgt, die sich weitgehend mit den aktuellen Bestrebungen zur Um setzung einer nationalen „Geodateninfrastruktur (GDI)“ decken.
Wesentliche Grundsätze dabei sind: eine fachlich fundierte ISO-19115-konforme Metadatenbeschreibung für alle geometrischen Fachdaten, die qualitätsgesicherte Geometrie-Erfassung auf Grundlage dezidierter Regelwerke, die Festlegung einer geeigneten anhängigen Sachdaten- beziehungsweise Merkmalsmenge zur Geometrie und die abgestimmte Kombination und Präsentation von „Layern“ zu aufgabenorientierten Fachkarten. Diese Fachkarten sollen zum Beispiel Vollzugsaufgaben zur Wasserversorgung und dem Grundwasserschutz unterstützen, wie sie etwa zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie oder dem Gebiets- und Artenschutz für NATURA 2000 erforderlich sind. Das Referat ging näher auf die unterschiedlichen bei der LUBW eingesetzten Web-Techniken ein, die unter anderem im GIS-Portal „Umweltdatenbanken- und Karten Online (UDO)“ (http://brsweb.lubw.baden-wuerttemberg.de) eingesetzt werden. Einzelne Web-Dienste für etwa 50 Datenlayer zu Umweltthemen mit Nutzungshinweisen werden interessierten Bürgern, Gemeinden oder Verbänden über http://rips-uis.lubw.baden-wuerttemberg.de/ angeboten. Die Entwicklung von WebServices beziehungsweise Webdiensten, etwa zur Druckunterstützung qualitativ hochwertiger und aktueller Karten für die Hochwasservorsorge über einen „Print on demand“-Service wird engagiert weiter betrieben. Dennoch kann zur Sicherstellung einer robusten und wirtschaftlichen Erfassung und Führung von Fachgeometrien – insbesondere auf einer ALK-Grundlage – durch die 39 Landratsämter im Umweltinformationssystem Baden-Württemberg auf absehbare Zeit noch nicht auf eine verteilte Datenhaltung verzichtet werden, auch wenn der Mehraufwand zur Sicherstellung von Aktualität und Konsistenz gegenüber den webbasierten Verfahren nicht zu unterschätzen ist.
Manfred Müller