2006Buziek.shtml 22.03.2012

 

30. November 2006

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Kartographisches Kolloquium 2006/2007

Sektion Karlsruhe der Deutschen Gesellschaft für Kartographie e. V.
und Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft,
Fakultät für Geomatik

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Am 30. November 2006 sprach Dr.-Ing. habil. Gerd Buziek von der ESRI Geoinformatik GmbH, Kranzberg, zum Thema WebGIS, Web Services und serverorientierte Architekturen – Aktuelle Trends und neue Chancen für die Geoinformatik.

Heute spielt die Geomatik eine immer größere Rolle. Die Nutzergruppen kommen aus den verschiedensten Wissensgebieten. Da Analysefunktionen nicht nur in der Informatik und Geographie angewendet werden, sind Geoinformationssysteme mittlerweile in sehr vielen Fachbereichen zu finden. Diese Faktoren stellen in Zukunft und Gegenwart hohe Herausforderungen an die GIS-Entwicklung.

 

Dr.-Ing. habil. Gerd Buziek

Foto Philip Lindsay

Dr.-Ing. habil. Gerd Buziek, Dipl.-Ing. (FH) Yvonne Seler und Sebastian Weiß beim Postkolloquium im Badischen Brauhaus (von links).

 

Die vielen Informationen bilden die Rohstoffe für Wirtschaftsprozesse, so genannte Zyklen. Laut Dr.-Ing. Buziek befinden wir uns im fünften Zyklus des Industriezeitalters, das heißt im Zyklus der Komplexität. Das Hauptproblem unserer Zeit ist es, Informationen verfügbar zu machen und sie miteinander zu verknüpfen. Eine Lösung dieses Problems wird durch das GeoWeb gewährleistet. Es soll den Anforderungen wie Viewing/Publishing oder Application/Integration gerecht werden. Das Grundprinzip beruft sich auf serverorientierte Architekturen (SOA). Ziel dieser Architekturen ist eine effiziente Anwendungsentwicklung, welche das Zusammenfügen von Bausteinen zu komplexen Modellen ermöglichen soll (zum Beispiel WebViewer). Der Nutzen der SOA liegt darin, daß man mit einem GIS-Web-Service Geodaten und Geofunktionen für die Lösung einer bestimmten Aufgabe verwenden kann (zum Beispiel Routing). Dies hat Vorteile für Entwickler und Anwender gleichermaßen. Die Entwickler nutzen die GIS-Web-Services, führen sie auf den Hostrechnern aus, erhalten die Ergebnisse auf ihren eigenen Rechnern und stellen die Ergebnisse über WebClients dem Anwender zur Verfügung. Die Anwender müssen nicht über GIS-Kenntnisse verfügen oder Geodaten erheben, sondern nutzen die Ergebnisse von GIS-Analysen gleich integriert in ihrer spezifischen Anwendung. Dies erspart dem Anwender, sich teure Daten über einen WebDienst beziehen zu müssen. Bei ESRI ermöglicht die ArcGIS-Architektur den Anwendern, die ArcWeb-Services über Programme wie ArcMap und ArcView zu nutzen. Über den ArcGIS-Explorer kann auf die ArcWeb-Services zugegriffen werden, wo Software kostenlos zum Download bereitsteht. Durch die Interaktion untereinander bilden die SOA auch eine Basis für Wertschöpfungsnetze. Beispielsweise stellt ESRI Technik für die Weiterentwicklung ihrer Produkte zur Verfügung. Weiterhin soll durch Standardisierungsprozesse wie OASIS (Organisation for the Advancement of Structured Information Standards) die Arbeit mit den unterschiedlichen Daten erleichtert werden. Ziel ist hier die Entwicklung, Harmonisierung und Anpassung von E-Business-Standards. Diese Organisation wird durch das Board of Directors (SAP, Microsoft, IBM und anderen) gesteuert und durch Sponsoren wie ESRI und NASA unterstützt. Im OASIS schlossen sich beispielsweise 200 Softwarefirmen zum UDDI (Universal Discription, Discovery and Integration) zusammen, mit dem Ziel, eine unabhängige Standardisierung für Dienstregistrierungen zu realisieren.

Obwohl das Thema sehr komplex ist, konnte Dr.-Ing. Buziek der diesmal besonders großen Zuhörerschaft einen guten Überblick zu den zukünftigen Veränderungen in der GeoBranche vermitteln, wobei er die Position und die Aktivitäten von ESRI deutlich machte.

Eileen Mosch