20071213 Aschenberner.shtml 22.03.2012
13. Dezember 2007
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Kartographisches Kolloquium 2007/2008Sektion Karlsruhe der Deutschen Gesellschaft für Kartographie e. V.
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Die Nachfrage nach Kartographie-Ausbildungsstellen ist in den letzten Jahren rückläufig. Bei den Mitgliederversammlungen der Deutschen Gesellschaft für Kartographie wurde mehrfach darüber diskutiert. Am 13. Dezember 2007 besuchte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kartographie, Dr. Peter Aschenberner, Hannover, Karlsruhe und sprach zum Thema „Geomatiker, Geotechniker, Mediengestalter – Was wird aus dem Kartographen?“ Professor Dr.-Ing. Gerhard Schweinfurth, der Leiter des Kolloquiums, wollte so insgesamt die diesjährige Reihe den Berufsaussichten der Kartographen widmen. Vom Kartokupferstecher und Kartolithographen über den Landkartenzeichner verlief die historische Entwicklung zum Ausbildungsberuf Kartograph, der erst im Jahr 1975 als einheitlicher Ausbildungsberuf des Öffentlichen Dienstes und der gewerblichen Kartographie verankert wurde.
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Foto Helmut Lehmann Ungarische Austauschstudenten mit dem Präsidenten der DGfK: Balázs Kajári, Zsuzsanna Kócsi, Dr. Peter Aschenberner und Szabolcs Nagy (v. l.) |
In den Jahren 1995 bis 2007 fielen die Zahlen von 135 auf 95 Auszubildende. Die entsprechenden Werte für den Vermessungstechniker sind 4.390 und 2.846. Im Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation wurde die Kartographenausbildung bereits eingestellt und überall ist die Mindestzahl von 20 Schülern pro Klasse ein Problem.
Die Alternativen für die Zukunft sind Weiterbestehen als eigenständiger Beruf, Zusammengehen mit dem Mediengestalter oder Zusammengehen mit dem Vermessungstechniker. Dr. Peter Aschenberner stellte unter den Gesichtspunkten Bekanntheit der Berufsbezeichnung, Zukunftsfähigkeit, Überschneidungen mit anderen Berufsfeldern, Bewahrung der Kernkompetenzen, Attraktivität für Berufsanfänger und technische Rahmenbedingungen die Vor- und Nachteile der drei Optionen vor. Beim Zusammengehen mit dem Mediengestalter könnte man sich eine Wahlqualifikation Geografik vorstellen. Die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen (AdV) hält jedoch eine nur 26 Wochen umfassende schnelle Ausbildung für das Berufsbild des Kartographen für völlig unzureichend. Eine informelle Arbeitsgruppe, initiiert von der AdV und der DGfK, schlägt die Zusammenlegung der Ausbildungsberufe Vermessungstechniker und Kartograph zum Geomatiker vor, ersatzweise die starke Ausdehnung der Geomatik-Ausbildungsinhalte in beiden Berufen. Die Fachgruppe Vermessung und Kartographie der Gewerkschaft ver.di sieht ebenfalls die Zusammenlegung zum Geomatiker vor. Allerdings sind keine Differenzierungen vorgesehen, womit das kartographische Profil weitgehend verloren ginge. Daher lehnt die Kommission Aus- und Weiterbildung der DGfK die Zusammenlegung ab, wenn nicht in allen drei Ausbildungsjahren die kartographischen Kernkompetenzen verankert werden können. Sie plädiert für eine gemeinsame Ausbildung über zwei Jahre und die Schwerpunktbildung im dritten Jahr.
Die an den Vortrag sich anschließende lebhafte Diskussion zeigte, daß der Referent die Fragen der Berufsperspektiven des Ausbildungsberufs Kartograph – die auch Auswirkungen auf die in Karlsruhe angesiedelten Studiengänge haben dürften – anschaulich und engagiert vermittelt hatte.
Hans Kern