20080529 Exkursion Muenchen.shtml 14.03.2012
29. Mai 2008
Insgesamt 18 Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Kartographie (DGfK), darunter neun Geomatikstudenten der Hochschule Karlsruhe (HS) hatten vom 29. bis 30. Mai 2008 unter der Leitung von Professor Hans Kern Gelegenheit, München auf einer Exkursion unter kartographischem Gesichtspunkt zu erkunden.
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Foto Helmut Lehmann Die Teilnehmer betrachten ehrfürchtig eine alte Portolankarte in der Bayerischen Staatsbibliothek. Monika Blassmann, Henning Hollburg, Lothar Klaumünzner, Eva Zimmermann, Dörthe Schönig, Christian Lempp, Carolin Kucharczyk, Bernhard Reinel, Frau Nicole Fischer, Dr. Brigitte Gullath, Theodor Bauer, Peter Huber, Hans Kern (v. l.) |
Am ersten Tag bot sich die einmalige Chance, in der Bayerischen Staatsbibliothek, München, die aktuell ihr 450-jähriges Jubiläum feiert, historische Karten aus dem 16. Jahrhundert hautnah zu betrachten. Dr. Brigitte Gullath aus der Abteilung Handschriften und Alte Drucke sowie Theodor Bauer aus der Abteilung Karten und Bilder präsentierten der Gruppe einige Portolane und andere seltene, kostbare Stücke, die normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Hierbei wurde auch auf die Schwierigkeit hingewiesen, diese alten großformatigen und extrem lichtempfindlichen Karten zu scannen und möglichst schonend aufzubewahren. Des Weiteren wurden in der öffentlichen Sonderausstellung die CARTA MARINA von Olaus Magnus, mannsgroße, in klimatisierten Glasvitrinen geschützte Erd- und Himmelsgloben sowie weitere handgezeichnete und frühe gedruckte Karten studiert.
Darüber hinaus konnten die Exkursionsteilnehmer Einblicke in die Praxis eines Kartographen gewinnen, so im mittelständigen Unternehmen M.O.S.S. Computer Grafik Systeme GmbH in Taufkirchen. Diese Firma ist spezialisiert auf die Arbeit mit Rasterdaten, Software für Umweltmanagement und Webmapping. An Beispielen erläuterte Dr. Georg Bauer den Vorgang der Mustererkennung, das ist die automatische Umwandlung von Raster- in Vektordaten, was sich für Kunden als große Arbeitserleichterung erwiesen hat. Eine andere Tätigkeit ist die auf Kunden wie den norddeutschen Energiekonzern EWE speziell zugeschnittene Entwicklung von GIS-Applikationen, die Jens Ebeling und Julian Claudius vorstellten.
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Foto Helmut Lehmann Besuch bei der Firma M.O.S.S. in Taufkirchen. Lothar Klaumünzner, Peter Huber, Dörthe Schönig, Carolin Kucharczyk, Henning Hollburg, Jie Zhang, Christian Lempp, Francis Fischer, Monika Blassmann, Markus Granget, Eva Zimmermann, Hans Kern, Bernhard Reinel (v. l.) |
Am Abend bot sich die Gelegenheit, München auf eigene Faust zu erkunden und zum Beispiel in einem der vielen Biergärten zu verweilen, um dort die bayerische Ess- und Trinkkultur näher kennenzulernen.
Den Höhepunkt der Exkursion bildete am nächsten Tag ein Besuch bei der weltweit marktführenden Firma Autodesk GmbH, München, ursprünglich amerikanisch. Zunächst kaum bei den Studenten bekannt, stellte sie sich nach der beeindruckenden Vorstellung der Tätigkeitsbereiche durch Antje Babbe, Senka Thomas, Peter Rummel und Antje Welzandt als potentieller Arbeitgeber heraus. Schnell wurde klar, dass neben der Konstruktion zum Beispiel von Autos, Gebäuden, Brücken und mechanischen Kleinteilen mithilfe eines CAD-Programms auch die Visualisierung von Geodaten in Form von Karten zum Aufgabenbereich der Firma gehört. Die firmeneigene Software AutoCAD Map 3D verbindet hierbei die Vorteile eines Geoinformationssystems mit denen eines CAD-Programms. Doch noch ein weiterer Bereich hat sicherlich bei einigen das Interesse an Autodesk gefördert. Die Firma ist nämlich ebenfalls dafür zuständig, mittels Animation Figuren wie King Kong oder Spiderman zum Leben zu erwecken. Viele Filme, die einen Oscar für die beste computergestützte Animation bekommen haben, seien mit Software von Autodesk entstanden. Generelles Motto der Firma ist, dem Kunden schon vorher zu zeigen, wie sein Produkt später aussehen wird, etwa ob ein geplantes Gebäude optisch in die bereits vorhandene Skyline passt. Dadurch, dass auch hier eine studierte Kartographin aus München, Michaela Schneeberger, zu den Mitarbeitern gehört, deren berufliche Entwicklung laut Hans Kern ein „Leuchtturm“ für die Studenten sei, war der Besuch ein großer Vorteil. Sie konnte von ihren Erfahrungen und ihrem Werdegang berichten und darüber hinaus wertvolle Tipps für die Zukunft mit auf den Weg geben. Nicht nur bezüglich des Studiums, sondern auch allgemein zu Vorstellungsgesprächen und Bewerbungen.
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Foto Dörthe Schönig Michaela Schneeberger gibt den Teilnehmern Tipps für eine Bewerbung bei Autodesk. |
Eine weitere offene Tür fanden die Studenten bei dem in den USA gegründeten Unternehmen Intergraph (Deutschland) GmbH, Ismaning, das zu den führenden Anbietern von Lösungen für die Verwaltung und Visualisierung komplexer Datenmengen zählt. Zu den Kunden gehören Verkehrsbetriebe, Ver- und Entsorgungsunternehmen, Militär- und Nachrichtenwesen, Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsorganisationen und viele andere mehr. Anschaulich präsentiert wurden von Dr. Jens Hartmann und Markus Schaffert die interaktiven Karten für das Internet. Interessant war, unter den Mitarbeitern auch Steffen Lehmann, einen Kartographie-Absolventen der Hochschule Karlsruhe, anzutreffen, der gerne auf die gestellten Fragen einging.
In jeder besuchten Firma konnte die Grundlage für eine zukünftige Zusammenarbeit mit der Hochschule Karlsruhe geschaffen werden. Die Studenten bekamen ein Bild davon, was nach dem Studium in der Arbeitswelt auf sie zukommt und konnten über ihren Tellerrand hinausblicken. Insgesamt kann man also sagen, dass die Exkursion nach München ein großer Erfolg für alle Beteiligten war. Nicht zuletzt wegen des umfangreichen erstandenen Werbematerials …
Carolin Kucharczyk