20081023 Kern Bericht.shtml 22.03.2012
23. Oktober 2008
Vermessungs- und Kartographiegeschichtliches Kolloquium 2008/2009
Professor Hans Kern hielt am 23. Oktober 2008 seine Abschiedsvorlesung über das Thema „Die Automation in der Kartographie – und ihre kurze Blüte“. Hierbei gab er einen hervorragenden Einblick in seine vierzigjährige Berufstätigkeit.
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Foto Hochschule Karlsruhe Professor Hans Kern |
Die kurze Blüte der Automation in der Kartographie am Studiengang Kartographie der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft (HS) hat zwar nur bis zum Wintersemester 2002/2003 angehalten. Das Fach musste wegen Erfolgs untergehen, da die ihm zugrunde liegenden Ideen, Konzepte und Techniken allgemein gebräuchlich geworden waren. Hans Kerns „Erzählung“ war stark persönlich gefärbt. Er erhob keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit oder Vollständigkeit. Seine PowerPoint-Präsentation veranschaulichte in vielen Graphiken gleichermaßen die Entwicklung der Hardware und der Software.
Die ersten automatisch erzeugten thematischen Karten setzten numerisch gesteuerte Zeichentische voraus. Graphische Bildschirme waren hierbei nicht erforderlich. Im Zuge der Entwicklung kam das Digitalisiertablett hinzu. Die Ausgaben erfolgten nun bereits auf rasterorientierten Geräten. Ein weiterer Schritt war die Einführung graphischer Bildschirme, durch welche die automationsgestützte Schummerungsbearbeitung möglich wurde. Auch die Mustererkennung kam hinzu. Es folgten das Desktop-Mapping und die Geographischen Informationssysteme. Postscript, kartenverwandte Darstellungen, Datenbanken, Server und Internetprogrammierung waren weitere Stichworte, bevor der Redner auf die Systemadministration und auf die Bedeutung des Internets sowie auf die Geodateninfrastruktur zu sprechen kam.
Viele von Hans Kerns Ideen lagen zu ihrer Zeit einfach in der Luft. Die neuen Leistungen der Elektronischen Datenverarbeitung (IT) in der Hardware erzwangen geradezu die jeweiligen neuen Software-Programme. In einigen Fällen waren seine Erkenntnisse deutschlandweit führend, wurden aber seinerseits nicht wirtschaftlich umgesetzt. Andere Konzepte, wie eine strukturierte Datenbank-Abfragesprache (jetzt SQL) oder das Ebenenkonzept von Graphikpaketen hat er „in nuce“ verwendet, die stärker abstrakten Lösungen aber nicht erreicht. Hans Kerns Entwicklungsarbeiten fanden naturgemäß Eingang in eine stattliche Reihe von Studien- und Diplomarbeiten. Darüber hinaus spiegeln sie sich in zahlreichen Veröffentlichungen wider.
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Foto Hochschule Karlsruhe Christel und Hans Kern |
In Zukunft möchte der Pensionär Kern unter anderem die Homepage der Sektion Karlsruhe der DGfK aktuell halten und Texte und Fotos von vor 1977 aufnehmen, die Inhalte der Homepage in ein ContentManagement-System einbinden (Typo3) und für die Sektion ein Programm in Perl schreiben, damit die Mitgliederdaten über das Internet verwaltet werden können.
Im Anschluss an den Vortrag lud das Ehepaar Christel und Hans Kern seine Gäste zu einer gemütlichen Abschiedsfeier im Gebäude A der Hochschule Karlsruhe ein. Erfreulicherweise waren nicht nur die Kolleginnen und Kollegen anwesend, sondern auch die Kinder mit ihren Familien.
Helmut Lehmann