20090923 INTERGEO 2009 Bericht.shtml 14.03.2012
24. September 2009
Wechselnde Veranstaltungsorte in unterschiedlichen Regionen Deutschlands sind eines der Markenzeichen der vom DVW, Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement, getragenen und von der HINTE GmbH organisierten INTERGEO, Kongressmesse für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement. So fand die INTERGEO in diesem Jahr - nach Ost- und Norddeutschland in den Vorjahren - in Süddeutschland, in Karlsruhe statt. Vom 22. bis 24. September 2009 verzeichnete der Kongress mit dem parallel ausgerichteten 57. Deutschen Kartographentag der Deutschen Gesellschaft für Kartographie (siehe Heft 6/2009) der Kartographischen Nachrichten, Seite 329 ff) rund 1 450 Teilnehmer, und die Messe konnte in den drei Tagen insgesamt 16 000 Fachbesucher verbuchen (siehe Abbildung 1).
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Foto KN Abb. 1: Schwerpunkt Software-Anbieter in Messe-Halle 4 / dm-arena |
Gegenüber dem Vorjahr war dies - trotz Wirtschaftskrise - eine Zunahme der Messebesucher um immerhin rund 7 %. Zugleich hat der Anteil der Messebesucher aus dem Ausland erneut zugenommen. So ist, wie Olaf Freier, Geschäftsführer der HINTE GmbH und INTERGEO-Projektleiter, vermerkte, mit Ausstellern aus immerhin 30 Ländern erstmals die „30er-Marke geknackt“ worden, und ein Anteil von 22 % ausländischer Besucher aus 54 Ländern unterstreicht die weiter gewachsene Internationalität der INTERGEO, wobei anzumerken ist, dass der Besucheranteil aus EU-Ländern leicht abgenommen hat, während der Anteil aus europäischen Nicht-EU-Ländern und den übrigen Kontinenten entsprechend angestiegen ist.
Im Rahmen der Messe präsentierten in Karlsruhe in zwei Hallen und auf dem dazwischen gelegenen Freigelände auf rund 25 000 Quadratmetern 475 Aussteller ein breites Spektrum von Produkten und Dienstleistungen der Geobranche. Wie schon in den Vorjahren waren - aufgrund des Trägers der INTERGEO und ihrer Geschichte nicht weiter überraschend - namentlich Hardware-, aber auch Softwareanbieter aus dem Vermessungsbereich besonders stark vertreten. Allerdings erscheint es etwas überspitzt, die INTERGEO, wie in der Zusammenfassung einer Mitgliederbefragung des Deutschen Dachverbands für Geoinformation DDGI (www.ddgi.de) formuliert, als „Vermessermesse“ zu charakterisieren. Ihr Angebot war deutlich differenzierter und breiter ausgerichtet und somit auch für Besucher der nicht-vermessungstechnischen Geodisziplinen höchst attraktiv und anregend.
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Foto KN Abb. 2: Physisches 3D-Geländemodell. Der Hersteller, die Firma Ulf Teller 3D-Druck, Arnstadt, gehörte zu den elf vom BMWi geförderten Jungunternehmen im INTERGEO-Innovationspark. |
Unter den entsprechenden nicht (nur) geodätischen Schwerpunkten ist hier an erster Stelle das Themenfeld 3D-Visualisierung, speziell 3D-Stadtmodelle mit unterschiedlichsten Applikationen von der Stadtplanung über die Stadtklimatologie bis hin zur Simulation der Lärmbelastung oder der Analyse von Straftaten zu nennen. Bei der Präsentation von 3D-Modellen scheinen nicht nur Programme aus dem Bereich der Computerspiele an Boden zu gewinnen; zunehmend werden auch mit SD-Druckern physisch-plastische Gelände- beziehungsweise Stadtmodelle erstellt und erfolgreich angeboten (siehe Abbildung 2). Als weitere, namentlich auch kartographisch relevante Themen- und Entwicklungsfelder seien - ohne den Anspruch einer Gewichtung - die EU-Richtlinie INSPIRE und deren Berücksichtigung und Umsetzung einerseits in den Produkten der GIS-Anbieter und andererseits bei den betroffenen Verwaltungen der Bundesländer und Kommunen genannt oder auch der Bereich der nutzergenerierten Geoinformation mit den in Deutschland mittlerweile wohl etablierten wie auch weit fortgeschrittenen Aktivitäten von OpenStreetMap. Darüber hinaus ist auf die verstärkte Hinwendung zum Web-GIS zu verweisen oder bei der Gewinnung von Geodäten für die Kartenaktualisierung auf die wachsende Bedeutung der Digitalen Photogrammetrie und des Laser-scanning, ferner auf den Einsatz von Drohnen wie etwa den auf dem Freigelände präsentierten Quadrocopter der Firma CENALO oder auf die terrestrische Datenerfassung vor allem für SD-Stadtmodelle mittels entsprechend ausgerüsteter Street-View-Fahrzeuge. Einen umfassenderen Überblick über Schwerpunkte und Themen der INTERGEO-Kongressmesse vermittelt die im Auftrag des Runder Tisch GIS e. V., München, sowie der HINTE GmbH von Wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studierenden des Fachgebietes Geoinformationssysteme der TU München erstellte „INTERGEO-Trendanalyse“ (http://www.geobranchen.de/images/produkte/intergeo2009_trendanalyse.pdf).
Wie die alljährlich durchgeführte Aussteller- und Besucherbefragung aufzeigt, hat der ganz überwiegende Teil der Aussteller, immerhin 85 %, nicht nur die Qualität der Fachgespräche gelobt, sondern auch festgestellt, „ihre Zielvorstellungen erreicht zu haben“, und knapp drei Viertel erwarten „ein gutes Messenachgeschäft“. So wollen knapp 95 % der Firmen, Behörden und Verbände im kommenden Jahr erneut auf der INTERGEO dabei sein.
In hohem Maße zufrieden äußerten sich auch die Messebesucher. Sie fühlten sich zu über 90 % umfassend über die Neuheiten der Branche informiert. Daher würden sie - ebenfalls zu über 90 % -Kollegen und Geschäftspartnern den Besuch der INTERGEO empfehlen, und da gut 70 % der Besucher die INTERGEO als ihren wichtigsten Messebesuch ansehen, haben sie selbst (zu gut 90 %) die Absicht, auch die nächste INTERGEO zu besuchen.
Die INTERGEO 2010 wird auf dem Messegelände Köln vom 5. bis 7. Oktober stattfinden.
KN-Redaktion
Quelle: Kartographische Nachrichten (KN 6/09), 59. Jahrgang 2009, Seite 345 f