20090923 Kart-Treff Bericht.shtml 14.03.2012
23. September 2009
Am 23. September 2009 fand im Atrium des K-Baus der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft (HS) ein zwangloses Treffen von Teilnehmern des Kartographentags mit Mitgliedern der Sektion Karlsruhe der DGfK statt. Teilnehmer und Veranstalter haben sich über den großen Zuspruch gefreut, gab es so doch vielfältige Gelegenheiten, sich mit Studien-, Fachkollegen und Dozenten über die Lage und Entwicklung der Kartographie auszutauschen.
|
Foto Helmut Lehmann Kartographentreff im Atrium des K-Baus der HS Karlsruhe |
|
Foto Helmut Lehmann Kartographentreff im Atrium des K-Baus der HS Karlsruhe |
Die Begrüßungsworte sprach der Leiter des Studiengangs Kartographie der HS, Professor Dr. Günther-Diringer, Karlsruhe. Anschließend bedankte sich der Karlsruher Sektionsleiter Professor Hans Kern bei Ulrike Werner und bei seiner Frau, Christina Kern, für die tatkräftige Mithilfe bei der Vorbereitung der gelungenen Veranstaltung.
Später gab Professor Dr. Joachim Neumann, Wachtberg, auf seine humorvolle Art folgende Ausführungen zum Besten:
„Studiengangsleiter Professor Dr. Günther-Diringer hatte mich gebeten, im Laufe des Abends einige Erinnerungsfetzen aus der Geschichte des Studienganges zum Besten zu geben, denn man erwartete Kollegen, die nicht in Karlsruhe ausgebildet worden waren, und jüngere in Karlsruhe ausgebildete. Bei beiden war davon auszugehen, dass sie nach der Erzählung lechzten, wie denn alles angefangen habe. Und da sogar einige Kollegen da waren, die zum 1. Semester 1978/79 gehörten, war ihre Neugier zu stillen, wie es denn weiter gegangen wäre.
Zunächst verbreitete ich mich über unser Lokal, den K-Bau. Er entstand 1958/59 als unterkellertes Lehrsaalgebäude des Staatstechnikums mit 16 Lehrsälen auf zwei Geschossen. Der fast quadratische Innenhof von knapp 300 Quadratmetern Fläche war grün angelegt und im Sommer zwecks Umtrunks nutzbar. In der Nordostecke stand als Tribut für „Kunst am Bau“ eine Diabasplastik des Karlsruher Bildhauers Friedo Lehr im damals beliebten abstrakten Stil, später von manchen Denkmal des unbekannten Kartographen geheißen. Mit dem Lehrsaalgebäude war die Raumnot der zur staatlichen Ingenieurschule avancierten Einrichtung nicht behoben. Nördlich der Moltkestraße entstand im Hardtwald die neue Fachhochschule und das alte Hauptgebäude wurde nebst Lehrsaalgebäude 1971 an die Pädagogische Hochschule gegeben. Deren Studentenzahl blieb allerdings zurück und so musste sie 1979 widerwillig die Umwidmung des Lehrsaalgebäudes an die Fachhochschule Karlsruhe (FH) erdulden, die dort die 1978 begründeten Studiengänge Kartographie (Erdgeschoß) und Wirtschaftsinformatik (Obergeschoß) unterbrachte. Der Keller wurde zu vorbildlich eingerichteten K-Laboren umgebaut und der bedeutendste Kartograph des 20. Jahrhunderts, Professor Dr. Eduard Imhof aus der Schweiz hat es sich nicht nehmen lassen, den Festakt zur Einweihung am 12. Januar 1982 mit seinem Vortrag „Aus meiner Werkstatt“ zu adeln. Die Raumnot blieb der FH erhalten und so wurde geprüft, Anfang des 21. Jahrhunderts den K-Bau aufzustocken. Das war möglich, die Studiengänge Kartographie (K) und WI Wirtschaftsinformatik wurden ausquartiert, ein zweites Obergeschoß wurde aufgesetzt und der Innenhof überdacht. Ein großzügiger Festraum entstand, K allerdings blieb bis auf kleine Laborräume im B-Bau bei den V-Brüdern.
Wenn man vom Europaplatz her zur Bismarckstraße geht, fällt einem als erstes das bronzene Bismarckdenkmal am Bismarckgymnasium ins Auge. Der eiserne Kanzler stützt sich mit seiner Rechten auf eine auf Leinwand aufgezogene, auf einem Pfosten liegende Karte des Deutschen Reiches, dem Wissenden die Richtung zum K-Bau weisend.“
Gerne erinnerte Professor Neumann an die Gründungsväter des Studiengangs K und deren Anteil am steilen Aufstieg desselben zur größten deutschen Kartographie-Ausbildungsstätte sowie am laufenden Wandel des Fachs. Vor allem würdigte er die Leistung von Professor Dr.-Ing. Werner Böser, aber auch die Anteile der übrigen Professoren, Lehrbeauftragten und Mitarbeiter. Schließlich gedachte er mit Helga Ravenstein und Dr. Thomasz Niewodniczanski der beiden unvergesslichen Kuratoren, die das Fach Kartographie im Kuratorium der HS vertreten haben.
Infolge des steigenden Geräuschpegels musste sich Professor Neumann erheblich kürzer fassen, als er eigentlich vorgesehen hatte. Verständlich, denn der Abend war inzwischen weit fortgeschritten und viele hatten sich viel zu erzählen, schließlich ist nur einmal im Jahr Kartographentag und dieses war der erste Kartographentreff.
Helmut Lehmann