20100528 Fuehrung BGL.shtml 14.03.2012
28. Mai 2010
Am 28. Mai 2010 führte Professor Dr. Volker Rödel, Generallandesarchiv Karlsruhe, durch die Ausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe „Zwischen den Welten – Kriegsschauplätze des Donauraums im 17. Jahrhundert auf Karten und Plänen“ im Stadtmuseum Karlsruhe - Prinz-Max-Palais.
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Foto Hans Kern Prof. Dr. Volker Rödel, Karlsruhe |
Im 16. Jahrhundert hatte sich das Osmanische Reich große Teile des Königreichs Ungarn einverleibt. Im Grenzgebiet zum Habsburgischen Machtbereich herrschte fortan Kleinkrieg, der sich zweimal zum Langen (1593 bis 1606) beziehungsweise Großen (1683 bis 1699) Türkenkrieg steigerte. Das Osmanische Reich wurde bis 1718 schließlich aus Ungarn ganz zurückgedrängt. Die erbittert geführten Auseinandersetzungen zwischen zwei großen Reichen, insbesondere die Erstürmung der Hauptstadt Buda 1686 und die Feldzüge der folgenden Jahre, ließen eine Fülle von Festungsplänen und Kriegskarten entstehen. Sie sind Ingenieuroffizieren zu verdanken, die damit die Grundlage der Militärkartographie geschaffen haben. Auch zahlreiche Ansichten befestigter Orte sind darunter. Fünf Markgrafen von Baden gehörten zu den Akteuren in verantwortlicher Position; die von ihnen, insbesondere dem „Türkenlouis“ und seinem Onkel Markgraf Hermann, zusammengebrachte Sammlung sucht in Deutschland ihresgleichen. Diese einzigartigen Geschichtsquellen dienten der Informationsgewinnung sowie der Vertiefung militärischer Kenntnisse, sollten aber auch den Ruhm der Befehlshaber verbreiten oder wenigstens ihre Operationen rechtfertigen. Eine Auswahl daraus veranschaulicht das militärische geschehen der Schlachten und Belagerungen, aber auch die geografischen Vorstellungen, die man seinerzeit vom Donauraum hatte. Erbeutete osmanische Schriftzeugnisse und Berichte türkischer Augenzeugen lassen auch die gegnerische Seite zur Geltung kommen.
Quelle: Prospekt zur Ausstellung, Generallandesarchiv Karlsruhe